Reime zum Geburtstag von Freunden


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Gelegenheitsgedichte und Vorträge als Reime zum Geburtstag von Freunden


Dem fernen Freund

Mein teurer Freund! Mit heiterm Blick
Will ich die Stunde grüßen,
Die einst dem heitern Sonnenstrahl
Sich sah Dein Aug' erschließen.
Ich will sie segnen tausendfach,
Daß, ob manch' Jahr entschwinde,
Sie wiederkehrend in dem Kreis
Der Freude, stets Dich finde.
Und Du, gesegnet sei mit ihr!
Gesegnet mit den Lieben,
Die als Gefährten auf dem Pfad
Des Lebens Dir geblieben.

Erblühen möge neues Glück
Durch sie Dir jede Stunde,
Zur Wehmut werde jeder Schmerz,
Zur Narbe jede Wunde!
Und die der Ew'ge Dir geraubt,
Sie sind Dir nicht gestorben;
Stets bleibt ja unser Eigentum,
Was einmal wir erworben.
Und wandeln die Geliebten auch
Nicht mehr vor unserm Blicke,
Empor von hier zum Himmel baut
Die Sehnsucht ihre Brücke;
Und ob Dein Herz sich freudig hebt,
Und ob Dein Auge weine -
Mit den Geliebten bleibt Dein Herz
Im innigen Vereine!

Wenn so, die uns der Tod geraubt,
Wir stets die Unsern nennen,
Wie könnte doch das Leben da
Das Herz vom Herzen trennen?
Wie Zeit und Raum auch zwischen uns
Erbauen ihre Schranken,
Herüber und hinüber ziehn
Im Fluge die Gedanken!
Das Glück, das meine Brust bewegt,
Es macht Dein Herz auch schlagen,
Es findet seinen Wiederhall
Dein Schmerz in meinen Klagen!
Und so empfinden soll das Herz
Bis zu den letzten Schlägen.
Dazu, Du Ew'ger! segne uns
Mit Deinem reichsten Segen!

Die Festtage des Lebens, 1856


Geburtstagsgedicht

(Bei Überreichung eines mit Blumen geschmückten Fruchtkörbchens nach der Geburtstagsfeier)

Lache nicht! wenn Dich am rechten Tage
Meiner Liebe Gaben nicht erfreu'n.
Drängt mich's doch, daß ich es spät noch wage,
Dir des Herzens biedern Gruß zu weihn.

Tadle nicht! daß so geringe Gaben
Zur Erinn'rung Dir die Freundin gibt,
Auch die kleinste kann Bedeutung haben,
Wenn sie uns ein Herz voll Liebe weiht.

Zage nicht! weil solch' ein Liebeszeigen,
Das im Körbchen Dir die Freundin gibt,
Andre oft in einem Sinne reichen,
Der die Trennung mehr, als Freundschaft liebt.

nein! das Körbchen zeige Dir Dein Leben!
Lieb' und Hoffnung fehle nie darin,
Und von holden Früchten rings umgeben,
Mög' es Dir noch lange Jahre blühn!
Magst Du darum lachen, tadeln, zagen -
Scherz im Ernste wollt' ich ja nur wagen.

Die Festtage des Lebens, 1856


Einem Freunde

(am Geburtstage seiner verstorbenen Gattin)

Es tat dereinst an diesem Tag
Ein treues Herz den ersten Schlag,
Dein Leben zu beglücken.
Jetzt weilt sie längst im Lichtazur,
Und ihren Hügel kannst Du nur
Mit Blumen liebend schmücken.

Wenn es Dich zu der stillen Gruft
An diesem Tage drängt und ruft,
Mit leichtbeschwingtem Fuße,
Dann lege auf ihr stilles Haus
Als Liebesgabe diesen Straus
Mit einem warmen Gruße!

Die Festtage des Lebens, 1856


Ewig dir ergeben!

(An Freund oder Freundin)

Ein schönes Wort grub sich in's Herz mir ein,
Wie auch die Jahre flüchtig mir entschweben:
Im Herzen flammt es: Ewig Dir ergeben!
Gegrüßt mit ihm sollst Du auch heute sein!
Den Tag, der Dich gebar, sah ich hell und rein
Ich aus Aurorens Armen sich erheben. -
Reich sei an Glück Dein ganzes, langes Leben,
Ein Maitag sei's voll Duft und Sonnenschein!
Rollst Du den Vorhang der Vergangenheit
Gedankenvoll empor in dieser Stunde,
Erglänze Dir ein Bild auf lichtem Grunde
Bei dem Dein Herz verjüngt sich und erfreut,
Ein Bild, das Dir, von mildem Glanz umstrahlt,
Nur Stunden reich an Glück und Freude malt!

Die Festtage des Lebens, 1856


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