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An eine Lehrerin
Ob in des Winters rauhen, trüben Tagen,
Nich, wie im holden Lenze, Blumen blühn:
Die wahre Liebe wird drum nimmer klagen,
Sie weiß sich andre Blumen ja zu ziehn,
Und aus denselben Kränzen sich zu winden,
Die unverwelklich auch der fernen Zeit
In Ihrer Zeichensprache laut verkünden,
Wie Dankbarkeit und Liebe sie geweiht.
So nahn wir Dir auch heut in aller Stille,
Dir, Teure, solche Kränze gern zu weihn,
Sie sollen Dir, fehlt auch des Lenzes Fülle,
Doch treue Zeugen unsrer Liebe sein!
Der Liebe, die so innig tief empfunden,
Wie Deine Liebe uns durch Wort und Tat,
Nicht nur für unsrer Jugend kurze Stunden,
Nein, für das Leben uns gesegnet hat.
Wir fühlen's tief, Dir treu das zu vergelten,
Was Du so freundlich stets an uns getan,
Steht nicht bei uns. Drum blickt zum Herrn der Welten
Das Kindesauge glaubensvoll hinan:
Von oben mag Dir die Vergeltung werden,
Für alle Deine Sorgen, Deine Mühn
Soll Dir in Deinem Hause schon auf Erden
Des Himmels reinste Seligkeit erblühn!
Die Festtage des
Lebens, 1856
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