| |
Mit Blumen, im Mai
Dich hat, o Freund! der holde Mai geboren;
Und als das erste Licht Dein Aug' erblickte,
Trat segnend zu der Wiege hin und schmückte
Mit Blumen Dich die lieblichste der Horen.
Nun aber ziehet aus des Himmels Toren
Der Tag hier ein, der uns einst hoch beglückte,
Und wie die Blumen, die die Unschuld pflückte,
Die Liebe stets am liebsten auserkohren:
So dulde, daß auch wir, was tief empfunden
Für Dich in Aller Herzen glüht, gewunden
Zu einem Kranze frischer Lebensblüten -
Päonien's Purpur, Iris Farbenbogen
Und Myrthengrün, von Rosenglut umflogen,
Dir huldigend zum Wiegenfeste bieten.
Die Festtage des
Lebens, 1856
|
|