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Ein Bräutigam an die Braut
(bei Überreichung eines Rosenstraußes)
Als ein Zeichen meiner inn'gen Liebe
Weih' ich Dir, mein süßes Liebchen, heut
Gern die ersten, jungen Rosentriebe,
Wie sie einfach mir mein Gärtchen beut.
Nimm sie auf mit jenem trauten Sinne,
Den Du mir so treu bewährt -
Sieh, es sind die Pfänder zarter Minne
Die nur Dich als Ideal verehrt.
Mögen sie in ihrem Duft und Prangen
Hin zu Dir, mein Liebchen hold und fein,
Tragen meiner Sehnsucht heiß Verlangen,
Bald auf ewig Dir vereint zu sein!
Prahlen sie auch nicht in üpp'ger Fülle
Meine Blumen, die ich Dir gepflückt,
Hat doch auch in halbverschloss'ner Hülle
Manches Röschen schon ein Herz beglückt.
So erfreue nun auch Dich die Gabe!
Sie verkünde Dir in ihrem Bild
All' die Liebe, die ich für Dich habe,
All' die Sehnsucht, die mein Herz erfüllt.
Doch das nicht allein soll sie verkünden.
In der Rosenblüten Purpurschein
Magst Du Deines Lebens Deutung finden!
Lenz und Rose soll Dein Leben sein!
Die Festtage des
Lebens, 1856
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