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Der Gattin
Eine Wiege dünket mich das Beste
Zu der Gattin frohem Wiegenfeste,
Die durch treue Liebe mich beglückt,
Und zur Wiederkehr der Frühlingssonne
Bald mit nie empfund'ner Himmelswonne
Einen Säugling an den Busen drückt.
"Für den Erstgebor'nen, im Vertrauen,
Meister! sollst Du mir die Wiege bauen,
Sauber, blank und zierlich muß sie sein;" -
Und von braunem Holze, golddurchschimmert,
Hat der brave Meister sie gezimmert
Spät noch bei der Lampe Dämmerschein.
Breite nun hinein die weichen Pfühle,
Bis im Drange süßerer Gefühle,
Lina, Dir der Mutterbusen schlägt!
Daß den Knaben holde Träum' umgaukeln,
Magst Du ihn dann in der Wiege schaukeln,
Wenn im Schlummer sich das Händchen regt.
Seinen Wangen magst Du Kühlung fächeln,
Und wenn er mit seinem ersten Lächeln
Hold und freundlich Dir in's Auge schaut,
Wenn die kleinen Lippen "Mutter" lallen:
Wird Dein Busen ihm entgegen wallen,
Wie dem Bräut'gam die beglückte Braut.
Hast Du dann am Gängelband die Schritte
Ihm gelehrt, nach deutscher Frauen Sitte:
Blüht zum Jünglinge der Knab' heran,
Und zu echter Tugend auferzogen,
Kämpft er mutig gegen Sturm und Wogen
Auf des Lebens mühevoller Bahn.
Sieh! da naht mit zärtlichem Verlangen
Eine Jungfrau in der unschuld Prangen,
Lieblicher als Ros' und Lilie blüh'n;
Und der Jüngling tritt ihr rasch entgegen,
Fühlt die Pulse feuriger sich regen,
Und der Liebe Götterflamm' erglüh'n.
O! dann gib Du sie, umstrahlt vom Golde,
Diese Wiege, die ich heut', o Holde,
Dir gegeben, gib sie seiner Braut:
Daß darauf, dem Enkel wie dem Sohne,
Ihm zum Heil und uns zum süßen Lohne,
Reich der Liebe segen niedertaut!
Sammlung von
Gelegenheitsgedichten, 1852
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