| |
An die Ehefrau
Teure Gattin! sieh', ich bringe
Auch mein kleines Opfer dar;
Winde einen Kranz und singe
Laut dem Tag', der Dich gebar,
Drücke unter Freud' und Scherz
Inniger Dich heut' ans Herz.
Ja, ich segne jene Stunde,
Wo ich Dich, Geliebte, fand,
Wo Du mir zum schönsten Bunde
Liebend reichtest Deine Hand.
Wiss', ich fühle ganz mein Glück,
Und hoch preis ich mein Geschick!
Sehe, wie Du jeden Morgen
Freundlich mir entgegen eilst,
All' des Lebens Müh' und Sorgen
All' die Freuden mit mir teilst,
Die ein häuslich stiller Herd
Treuer Liebe nur gewährt.
Möcht' ich lang' au Deiner Seite
Durch dies Pilgerleben gehn,
Und so hochbeglückt, wie heute,
Einst auf ferne Tage sehn!
Welch ein seliger Verein
Würde dann der unsre sein!
Poetischer
Bibliothekar, 1845
|
|