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Ein Sohn an die Mutter
"Eine treue Hausmutter - die Krone des Hauses"
(frei bearbeitet nach "Sprüche Salomonis, Kap. 31. Vers 10-31.")
Wohl ist der freudig, der Perlen begehrt,
Und dann mit Ihnen sich schmückt -
Doch wem eine liebende Gattin bescheert,
Der ist wohl noch reicher beglückt!
Von treulicher Sorgfalt ist sie erfüllt,
Ihr Gatte verläßt sich auf sie;
Schnell sind seine Wünsche von ihr gestillt
Und in Liebe kostet's nicht Müh.
So lange der Herr sein Leben erhält
Und sein Herz an dem ihrigen schlägt,
Da suchet und denkt sie in aller Welt
was ihn nur zur Freude bewegt.
Sie ist wie ein reichbeladener Kiel
Der die Wogen des Meeres durchfliegt. -
Das "Wenig" macht sie zu einem "Viel"
Durch den Segen, der in ihr liegt.
Sie greifet nach Spindel und Rocken geschwind,
Und spinnet ihr Fädchen so fein,
Und häuft für den Mann und Sohn das Gebind
In den alten nußbaumernen Schrein.
Im Schmucke der Reinlichkeit glänzt ihr Gewand,
Die Ordnung ist ihre Zier,
Sie schafft und wirkt mit der eigenen Hand,
Denn die Tätigkeit ist ihr Panier.
Die Furcht des Herrn beseelt ihr Herz
Gottseligkeit ist ihr Gewinn;
Sie schaut daher auch auf fremden Schmerz
Mit liebender Teilnahme hin.
Was sie an der eigenen Brust sich erzog,
Das Kind - es bleibt ihr so treu!
Drum bringen der Mutter ein jubelndes: "Hoch"
Jetzt Vater und Sohn auf's Neu'.
Die Festtage des
Lebens, 1856
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