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Geburtstagslied





Prolog zur Kindersymphonie von Romberg
(an einem Geburtsfeste)

Schon vieler Herren Länder habe ich durchzogen
Mit meinem Chor, schon oft den Beifall gehört,
Und komm jetzt eben erst hieher gezogen,
Allwo ein großes Fest, wie man mich hat belehrt.

Der Tagesheldin möcht' ich da gern gratuliren,
In Worte kleiden, was das Herz mir tief bewegt;
das schönste Glück möcht' ich ihr wünschen nach Gebühren:
Doch ach! ein schrecklich Angstgefühl sich in mir regt.

Was demnach mir, dem Einzelnen, nicht mag gelingen,
Dem zu dem besten Willen rüst'ge Kraft gebricht,
Das dürfte glücklich wohl vereinte Kraft vollbringen:
Wo nicht, - so zürne Sie uns, Hochverehrte, nicht! -

In jenen Tönen, die zu Ihnen werden dringen,
Verbirgt sich ein geheimnisvoller, tiefer Sinn;
Damit sie aber unenträtselt nicht verklingen,
So nehmen gütigst Sie vorerst die Deutung hin.

Mit Tambour und Trompeter sehn Sie mich umgeben;
Die rufen laut die Glücksgötter all' herbei,
Um fortan Sie mit Glück und Freuden zu umschweben,
Daß schön und ungetrübt Ihr Leben immer sei.

Will Philomele dann ihr süßes Lied erheben,
Wird schnell sie von der Schnarre kräft'gem Klang verscheucht;
Und daß das fernste Ziel erreichen soll Ihr Leben,
Vernehmen aus des Kukuk's langem Ruf Sie leicht.

Die Wachtel denkt entzückt der künft'gen schönen Zeiten,
Und singt ihr Jubellied aus voller, froher Brust;
Auch der Triangel weckt vergnügt zu lauten Freuden,
Sein scherzhaft klingend Spiel, zu hoher sel'ger Lust. -

So haben wir demnach uns insgesamt verschworen,
Mit Rosen zu bekränzen Ihren Lebenslauf;
Klingt's auch mitunter grell und kraus wohl in die Ohren:
's löst doch Alles sich in Harmonien auf.

Dieß ist der Töne Sinn, den jetzo Sie vernommen,
Der laute Glückwunsch, den vereint wir Ihnen weih'n;
Darum ersuch' ich Sie: hübsch nah herbeizukommen,
Doch auch dem Mißgelingen bestens zu verzeih'n!

Die Festtage des Lebens, 1856












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