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Der beste Wunsch
(An einen Nachbar)
Melodie:
Es kann ja nicht immer so bleiben, etc.
Herr Nachbar, zum fröhlichen Feste
Den herzlichsten Glückwunsch zuvor.
"Gebt, Götter, dem Freunde das Beste!"
So ruf' ich zum Himmel empor.
Man wünscht nach alten Gebräuchen
Das Beste zum Wiegenfeststag.
Da fragt sich's, was für Deines Gleichen,
Das Beste genannt werden mag.
Wie Rothschild, so zählst Du Dukaten,
Stolzierest, wie Krösus, im Frack,
Nicht fehlt Dir beim Weine der Braten,
Und nicht zu dem Gelde der Sack. -
Viel Vorrat in Kisten und Schränken,
Du glücklicher Nachbar, ist Dein!
Es ist kaum ein Gut zu erdenken,
Das Du nicht hättest im Schrein.
Und doch fehlt das Beste noch immer,
Das kann nur ein Gott Dir verleih'n:
Für Küche, Keller und Zimmer
Die Hausfrau, die fehlt Dir allein.
Gott Amor, o habe Erbarmen
Mit unserm begüterten Freund:
Laß bald ihn ein Weibchen umarmen,
Zum eh'lichen Glück ihm vereint.
Und kehrt das Wiegenfest wieder,
Dann feir' es die Gattin mit Dir.
Der Nachbar singt abermals Lieder,
Doch schön're, als diese dahier.
Sammlung von
Gelegenheitsgedichten, 1852
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