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Mit einer Uhrkette von Perlen
Nur von Perlen eine Kette
bring ich zur Geburtstagsgabe,
unbekümmert, dass ich keine
goldne zu geben habe.
Wird dich nicht die Kette mahnen,
wie du überall gebunden
seit ein Band, ein heilig festes,
am Altar uns umwunden?
Sieh, du bist nun festgebunden
an ein kleines, enges Haus,
denn du weißt, zwei Augen schauen
liebend, harrend nach dir aus:
und zwei kleine Äuglein
werden bald dich lächelnd grüßen,
und zwei Herzen, die dein eigen,
darf der enge Raum umschließen.
Und du bist nun festgebunden
an den heimatlichen Herd,
all die weite, goldne Ferne,
armes Herz! Ist dir verwehrt.
Und du bist nun festgebunden
an die mütterliche Erde,
nicht wie vormals darfst du wünschen,
dass Gott bald dich rufen werde.
Denn das Kindlein, uns gegeben,
darfst du nicht zu früh verlassen,
und du weißt, ein Herz voll Liebe
würde brechen dein Erblassen.
Mög dann auch solch Band der Erde
fest uns an den Himmel binden,
dass dort selig eines werde,
was sich durft hienieden finden.
von Ottilie
Wildermuth, 1817 - 1877
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