Geburtstaggedichte an den Vater


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Gelegenheitsgedichte und Vorträge zum Geburtstag als Geburtstaggedichte an den Vater


Dem Vater zum Geburtstage

(bei Überreichung einer von der Tochter gefertigten Mütze)

Froh kommt Deine Tochter wieder
Und bringt Dir zum neuen Jahr
Gern, wenn auch nicht große Lieder,
Doch ein Herz voll Liebe dar.

Und dies Herz dankt Dir mit Freuden
Für die Lieb' und Freundlichkeit,
Die Du gern zu allen Zeiten
Deiner Tochter Glück geweiht.

Doch dies Herz wünscht auch von allen
Gütern stets das höchste Dir,
Wünscht Dir Gottes Wohlgefallen,
Gottes Segen für und für.

Und dem Wunsch folgt eine Bitte
An des guten vaters Herz! -
Denn nach alter, lieber Sitte
Wag' ich mir noch einen Scherz.

Gern wollt' ich in meiner Liebe
Schmücken meines Vaters Haupt,
Doch der Blumen zarte Triebe
Hat der Winter mir geraubt.

Darum bitt' ich, sei zufrieden
Mit der Gabe, die Dir heut,
Mangeln ihr auch Duft und Blüten,
Deiner Tochter Fleiß geweiht.

Unter ihrer Hülle finde
Sanften Schlummer, sanfte Ruh,
Und dann trag von Deinem Kinde
Süßen Gruß ein Traum Dir zu.

Die Festtage des Lebens, 1856


Die Tochter an den Vater

(von einer fern vom Vaterhause lebenden Tochter)

Einst in Deiner teuern Nähe,
Eilt' ich stets mit frohem Sinn,
Daß ich Segen die erflehe,
Wenn der heut'ge Tag erschien;
Gratulierte Dir von Herzen,
Väterchen, zum neuen Jahr,
Brachte unter heitern Scherzen
Auch ein Küßchen gern Dir dar.

Aber anders ist es heute.
Freut sich auch mein kindlich Herz,
Mischt sich doch in meine Freude
Auch der Trennung bittrer Schmerz.
Und doch nein! ich darf nicht klagen;
Ob mein Auge Dich nicht sieht,
Ist's, von Liebe leicht getragen,
Doch mein Herz, das zu Dir flieht.

In der Liebe süßen Worten
Bringt es Dir der Tochter Gruß. -
Öffne stets das Glück die Pforten
Dir zum seligsten Genuß!
Wahrheit werde jedes Streben,
Dem Du Deine Kräfte weihst,
Und noch lange durch das Leben
Wandre, stark an Leib und Geist.

Treu mag Dich der Herr behüten,
Ob's auch Abend werden will;
Seiner Liebe heil'gen Frieden
Sende er in's Herz Dir still!
Dazu laß er Dir zur Seite
Fest und stark lieb Mutter stehn
Hundert Jahre noch wie heute!
Und dann woll'n wir weiter sehn.

Die Festtage des Lebens, 1856


Mein ganzes Leben weih' ich Dir

O Mann, der mich zum Menschen schuf,
Nimm meinen Wunsch und Dank.
Ich folge meines Herzens Ruf,
Das in das Deine sank.
Hab' Dank, mein Lehrer, für den Fleiß,
Für Deine Sorg' und Müh';
Mein dankbar Herz schlägt glühend heiß,
Vergisst der Lehren nie.
Das, was ich bin. bin ich durch Dich,
Zum Menschen formtest Du
Mit immer reger Sorgfalt mich,
Und nimmer ward Dir Ruh'.
Nicht jedes Jahr, nein, jeden Tag
Gedenk' ich freudig Dein,
Und jeder leise Herzensschlag
Soll Dir gewidmet sein.
Mein ganzes Leben weih' ich Dir,
Und immer Dich zu sehn
Recht froh und hoch beglücket hier,
Ist heut mein heißes Fleh'n!

Poetischer Bibliothekar, 1845


Von der Tochter um Mitternacht gesprochen

(am Geburtsfeste des Vaters und am Vermählungsfeste der Schwester)

In der mitternächt'gen Stunde,
Mit dem zwölften Glockenschlag
Sei begrüßt aus meinem Munde
Froh ein netter Maientag.

Zwar vom Dunkel noch umfangen
Ist verhüllt des Morgens Tor,
Eh', mit jungen Rosenwangen,
Tritt der neue Tag hervor.

Aber zeigt die Morgensonne
Heute uns den ersten Strahl,
Dann begrüßet hohe Wonne
Zwiefach unfern Jubelschall!

Denn die Schwester ist verbunden,
Die als Braut noch vor uns steht;
Sie hat einen Freund gefunden,
Der mit ihr durchs Leben geht;

Zum Genusse hoher Freuden:
Anspruchloser Häuslichkeit,
Und zum Trost in bangen Leiden
Hat er ihr sein Herz geweiht.

Lebet glücklich! Neuvermählte,
Friedlich und an Freuden reich.
Jedes Glück, das Euch noch fehlte,
Werde von der Zukunft Euch?

Diesen Wunsch aus meinem Munde,
Mög' erfüllen jeder Tag!
Doch es bringet diese Stunde,
Bringt der zwölfte Glockenschlag.

Mehr noch, als Euch, guten Beiden.
Das umkränzte Liebesglück;
Noch die höchste aller Freuden
Tritt mit ihm vor unsern Blick:

Diese ist die Feierstunde,
Die vor 56 Jahr
Zu der Menschheit edlem Bunde,
Guter Vater! Dich gebar.

Wohl erfreu't Dich ihr Erscheinen,
Da sie Dich so traut begrüßt
In dem heitern Kreis der Deinen,
Wo Dich Liebe rings umschließt.

Ruhig, wie Du Deine Blicke
Wendest zur Vergangenheit,
Wandle im vollkomm'nen Glücke,
Deine künft'ge Lebenszeit;

Und bei jeglichem Geschäfte
Fehle das Gelingen nicht,
schenke Dir der Himmel Kräfte
Zur Erfüllung Deiner Pflicht.

Dieses, das so treu gemeinet.
Guter Vater! wünsch' ich Dir;
Dieses wünschen auch vereinet
Alle Deine Freunde hier!

Alle, die Dich liebend kennen,
Sprechen mit den Epilog,
Den die wen'gen Worte nennen,
Vater N.N. lebe hoch!

Poetischer Bibliothekar, 1845


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