Verse, Reime, Vorträge für Geburtstage


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Gelegenheitsgedichte und Vorträge zum Geburtstage von verschiedenen Personen


An eine Lehrerin

Ob in des Winters rauhen, trüben Tagen,
Nich, wie im holden Lenze, Blumen blühn:
Die wahre Liebe wird drum nimmer klagen,
Sie weiß sich andre Blumen ja zu ziehn,
Und aus denselben Kränzen sich zu winden,
Die unverwelklich auch der fernen Zeit
In Ihrer Zeichensprache laut verkünden,
Wie Dankbarkeit und Liebe sie geweiht.

So nahn wir Dir auch heut in aller Stille,
Dir, Teure, solche Kränze gern zu weihn,
Sie sollen Dir, fehlt auch des Lenzes Fülle,
Doch treue Zeugen unsrer Liebe sein!
Der Liebe, die so innig tief empfunden,
Wie Deine Liebe uns durch Wort und Tat,
Nicht nur für unsrer Jugend kurze Stunden,
Nein, für das Leben uns gesegnet hat.

Wir fühlen's tief, Dir treu das zu vergelten,
Was Du so freundlich stets an uns getan,
Steht nicht bei uns. Drum blickt zum Herrn der Welten
Das Kindesauge glaubensvoll hinan:
Von oben mag Dir die Vergeltung werden,
Für alle Deine Sorgen, Deine Mühn
Soll Dir in Deinem Hause schon auf Erden
Des Himmels reinste Seligkeit erblühn!

Die Festtage des Lebens, 1856


An eine Lehrerin

(bei Überreichung einer Uhr)

Wir kommen heute fröhlich Dir entgegen,
Dir unsrer Liebe vollen Dank zu weihn,
Du sorgtest ja auf unsres Lebens Wegen
Für unsres Geistes fröhliches Gedeihn.
Doch weil die Liebe selbst im schönsten Bunde
Sich auch der äußern Gaben gern erfreut,
So widmen wir in dieser Feierstunde
Auch Dir ein Zeichen unsrer Dankbarkeit.

Prangt sie auch nicht, die Gabe, die wir bieten,
Fehlt ihr des Goldes und des Silbers Glanz,
Und mangeln ihr des Lenzes frische Blüten,
Schmückt sie auch einfach nur ein grüner Kranz;
So ist sie doch die Gabe unsrer Liebe
Und Dir bedeutungsvoll von uns geweiht:
So mahne Dich das muntre Uhrgetriebe
An unsre Liebe auch in ferner Zeit!

Und wie sie an dem heut'gen Festestage,
Trotz ihrer Mahnung an die Flucht der Zeit,
Uns Allen ja mit jedem Stundenschlage
So unvergeßlich frohe Stunden beut:
So mag sie Dir auch Freude fort verkünden
Im richt'gen Takt, zu früh nicht, nicht zu spät,
Und repetiert sie, magst Du's tief empfinden:
Die Liebe bleibt, ob auch die Zeit vergeht!

Die Festtage des Lebens, 1856


An die Lehrerin

(Überreicht von mehreren Kindern)

Schön geschmückt im Sonnenkleide
Kehret, reich an heiterm Glück
Und begrüßt von stiller Freude,
Heute uns der Tag zurück,
Der für sanfte Erdenbande
Einst auf Gottes Vaterruf
Dich im schonen Erdenlande,
Gute Lehrerin! erschuf.

Heiter, wie ein Frühlingsmorgen
Fließ Dein künftig Leben bin;
Nie umwölken Gram und Sorgen
Deinen treuen, edlen Sinn.
Angelacht vom Hoffnungssterne,
Frei von Kummer und von Schmerz,
Bleibe bis zur weit'sten Ferne
Reich an Freud' Dein gutes Herz.

Ja, wir Alle, Alle weihen
Deinem Glücke unser Fleh'n,
Möchten Alle Blumen streuen
Für Dein künft'ges Wohlergeh'n.
Sprieße, schöne Segensblüte
An der Trauten Lebenspfad,
Lohn' ihr jede Huld und Güte,
Die sie uns erwiesen hat!

Sieh doch, wie in diesem Kreise
Jede Brust sich freudig regt,
Wie ein jedes Herz so leise
Für Dich, Vielverehrte! schlägt.
Werden Jahre auch entschwinden -
Der Erinnerung auch geweiht.
Wirst Du immer wieder finden,
Bleibend, unsre Dankbarkeit.

Poetischer Bibliothekar, 1845


An eine Lehrerin

Der Tag, der Ihnen einst vor 59 Jahren
Das Pilgerleben gab, kehrt heute froh zurück.
Er findet Sie befrei't von Krankheit und Gefahren.
Und dadurch wird vermehrt auch meines Lebens Glück.
Als Waise habe ich in ihrer Huld gefunden,
Was nur die Mutter gibt, doch nicht die Lehrerin.
O nehmen Sie dafür, was ich so tief empfunden.
Des Herzens heißen Dank durch diese Zeilen hin.
Der Himmel schenke noch der Jahre Ihnen viele,
Gesundheit, Freud' und Kraft, von hohem Glück versüßt,
Eh' Sie gelangen hin zum letzten Friedensziele,
Wo Sie der Engel Tod mit Lächeln hold begrüßt.

Poetischer Bibliothekar, 1845


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