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Zum frohen Wiegenfeste
Zum frohen Wiegenfeste,
Das ist ein alter Brauch,
Bringt man die schönsten Wünsche,
Die besten Gaben auch.
Und ich soll ferne bleiben,
Bringt man Dir Wünsche dar,
Wenn huldigend Dir nahet
Der Gratulanten Schar?
Das kannst Du nicht verlangen,
Du schelmisch lächelnd Kind,
Da von galanter Sitte
Selbst Ehemänner sind.
Ich bringe Dir mein Wünschchen, -
Es ist ein schönes Wort, -
So wie Du heute blühest,
So blühe immerfort!
Und wie Du heute lächelst,
So sorglos und so rein, -
So möge stets Dein Lächeln
Ein herzlich reines sein.
Das war zum letzten Male
Zu Dir, als Gratulant, -
So lang Du neunzehn zählest,
Da ist es noch galant.
Denn wenn die jungen Damen
Die zwanzig nicht passiert,
Da darf es wohl geschehen,
Daß man noch gratuliert.
Doch wenn die Zeit entschwunden,
Die zwanzig sind vorbei -
Da hat man schon gefunden,
Daß - es unnötig sei! -
Sammlung von
Gelegenheitsgedichten, 1852
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