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Wünsche für Dein Glück
Als der Morgenröte Blick
Durch mein Fenster lachte,
Und ich Wünsche für Dein Glück
Prüfend überdachte:
Schwebt auf gold'nem Wolkenthron,
Lieblich wie ein Engel,
Zu mir nieder Oberon
Mit dem Lilienstengel.
Und wie Furcht und Sympathie
Mir im Busen stritten,
Sprach er: "Ein Geschenk für sie
Magst Du Dir erbitten.
Wähl' ihr eines, lieber Freund,
Wähle frohen Mutes,
Nur das Rechte! Gut gemeint,
Ist nicht immer Gutes." -
Ew'ge Schönheit, einen Mann
Ohne Fehl und Mängel,
Und was sonst mein Herz ersann,
Bat ich von dem Engel;
Gib, daß Sie daheim allein -
Rief ich - auf dem Balle,
oder wo sie möge sein,
Überall gefalle.
Und ich wünschte weiter fort,
Wohlsein, langes Leben -
Fiel mir Oberon in's Wort:
"Bess'res will ich geben!
Was Du wünschest, ward ihr schon
Vom Geschick beschieden:
Darum spend' ich, Oberon,
Ihr der Seele Frieden.
Künftig soll nicht Oh und Ach
Ihrer Brust entschleichen,
Einem klaren Wiesenbach
Soll ihr Leben gleichen!" -
D'rauf zerfloß in Rosenduft
Mir des Gottes Schimmer,
Und mit süßem Lilienduft
Füllte sich mein Zimmer.
Sammlung von
Gelegenheitsgedichten, 1852
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