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Einer kranken Freundin
(mit einer Rose)
Verödet stehn die Fluren und die Haine,
Noch deckt ein weißes Sterbekleid das Feld,
Und tausend Stimmen rufen laut: "Erscheine,
"Du holder Lenz, zur Freude für die Welt;
"So sehnsuchtsvoll regt jedes Herz, so bange,
"Sich unter dieses starren Winters Druck.
"Du Freundlicher, wo weilest Du so lange
"Mit Deiner Blüten farbenreichem Schmuck?
"Und Deine milden Lüfte, deine Sänger
"Mit ihrer Lieder süßem Zauberklang -
"Wo weilen sie? - O Lenz, nicht zögre länger,
"Denn alle Herzen schlagen schwer und bang!" -
So tönts von allen Lippen ihm entgegen,
So spricht auch bang und klagend wohl Dein Mund. -
Getrost! Bald nahet er mit seinem Segen
Und schmücket reich das weite Erdenrund!
Aus Eis und Schnee siehst unter seinem Hauche
Du Blumen dann und Blüten rings erblühn,
Und strahlend wird dann auch in Deinem Auge
Die Lebenskraft in neuen Flammen glühn.
Er wecke Dich zu einem schönern Lose,
Daß Du Dich freust des Lebens heitern Blicks! -
Als ersten Gruß von ihm nimm diese Rose,
Sie sei ein Pfand Dir eines neuen Glücks! -
Die Festtage des
Lebens, 1856
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