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An Röschen
(bei Überreichung zweier Armbänder)
Der gleiche Sinn, des Herzens Trieb
Hat Dich, fast sind's fünf Jahr',
An uns gefesselt, doch es blieb
Die Fessel unsichtbar.
Sah man auch nichts von Kett' und Ring,
Die Leute merkten doch das Ding.
Wir huld'gen nicht der Sklaverei;
Frei wie des Herzens Drang,
Sei auch die Link' und Rechte frei,
Und frei der Rede Gang,
Doch uns gebietet der Verstand:
Legt ihr ein Band um jede Hand.
So nur könnt Ihr versichert sein,
Daß sie ganz Euer bleibt,
Wie bald schleicht sich die Liebe ein,
Die sie weit von Euch treibt.
Drum schnell die Fesseln angelegt,
Es lebe Röschen, die sie trägt.
Sammlung von
Gelegenheitsgedichten, 1852
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