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An eine lebenserfahrene Freundin
Nimm hin was Dir das Herz voll Liebe weiht
Zu Deines Lebens ird'schem Wiegenfeste!
Doch sei die Liebe, die ihm Wert verleiht,
Auch heute Dir der kleinen Gaben beste.
Die Liebe sei's! - Sie spendet ihre Blicke
Empor zum Lande, da der Friede thront,
Empor zu Ihm, dem Lenker der Geschicke,
Der dort umjauchzt von seinen Engeln wohnt.
Sie tritt vor Ihn; still betend sinkt sie nieder;
Es leuchtet ihr ein himmlisch Strahlenlicht,
Von ihm verklärt kehrt sie zur Erde wieder,
Wo nun ihr Mund das Wort des Glaubens spricht:
"Es gibt ein Land, da schweigen Schmerz und Klagen!
Es gibt ein Sein, wo uns kein Weh berührt!
Dahin wird unser Lebensschiff getragen;
Das ist das Land, zu dem die Trennung führt.
Und an dem Tage, den die Zeit erkoren,
Daß, was wir sind, dies Erdental verläßt, -
Da wird der Mensch zur Ewigkeit geboren; -
Das ist des Lebens himmlisch Wiegenfest."
Die Festtage des
Lebens, 1856
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