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An eine Freundin mit Blumen
Ein holder Knabe brachte mir
Heut diese Blumenspende,
Daß ich als Liebesgruß sie Dir
Zu diesem Tage sende;
Er sprach: "Bald naht die schöne Zeit,
Wo schauernd vor Entzücken,
In milder Pracht und Herrlichkeit
Sich alle Fluren schmücken;
Wenn reicher erst das weite Land
Prangt in dem Schmuck der Blüten,
Dann soll Ihr liebend meine Hand
Noch bessre Gaben bieten;
Für Seel' und Leib' geb' ich Ihr Kraft
Zum herrlichsten Gewinne,
Daß sie des Lebens Pilgerschaft
Mit neuem Mut beginne!"
Was ich aus seiner lieben Hand
Für Dich empfangen habe,
Nimm hin als süßes Hoffnungspfand
Des Frühlings erste Gabe;
Wenn bald, geweckt von seinem Kuß,
Die Blumen sich erheben,
Dann bringe als den schönsten Gruß
Er Dir ein neues Leben!
Die Festtage des
Lebens, 1856
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