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An Deinem Wiegenfest
(mit einem Kranze von Rosen und Vergißmeinnicht)
Ein Zaub'rer möcht' ich sein,
Wie Doctor Faust gewesen,
Ich wollt' Tag aus, Tag ein
In Deinem Schicksal lesen,
Und läs' ich trübe Stunden
In Deinem Schicksalsbuch,
Macht' ich sie gleich verschwunden
Durch meinen Zauberspruch.
Doch weil ich das nicht kann,
Wag' ich, der Freundschaft Zeichen
An Deinem Wiegenfest
Dir heut' zu überreichen.
Mit Rosen, wie sie beut
Dein Freund, der's herzlich meint,
Sei stets Dein Weg bestreut,
So lang der Tag Dir scheint.
Auch wolle diesem Kranz
Ein freundlich Lächeln schenken
Und, wenn Du ihn empfängst,
Des Gebers gern gedenken.
Die Festtage des
Lebens, 1856
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